Eigentlich hatte Timo Weltkamp, der Regisseur des Films "The Nobel Prize Winner", Musik von John Zorn nur auf den Mischbändern zu seinem Film eingesetzt, um deren Wirkung zu testen. Schreiben sollte den Soundtrack dann Van Dyke Parks. Doch der sagte schließlich ab, und so kam Zorn zum Zuge. Dem fehlte in den ausgesuchten Stücken der Zusammenhang und er überredete Weltkamp, eine gänzlich neue Musik zu schreiben.
John
Zorn - "The Nobel Prize Winner"
Eine Klaviermusik schwebte Zorn zum Schwarzweiß von "The Nobel Prize Winner" vor, doch Weltkamp konnte den Komponisten überzeugen, noch Bass und Schlagzeug hinzuzunehmen. So schrieb Zorn an einem regnerischen Sonntagnachmittag die gesamte Musik zum Film für eine Klaviertriobesetzung, die, wie er sagt, neben Filmsoundtracks zu seinen ersten musikalischen Vorlieben gehört.
"The Nobel Prize Winner" schwankt zwischen getragenen, balladenhaften Titeln und Up-Tempo-Nummern, die nach Vince Guaraldi klingen. Es scheint sich bei dem Film um eine Tragikomödie zu handeln, das jedenfalls lässt die Musik erahnen. Harmonisch und leicht klingen diese Stücke, und sehr intim, als würde es sich um die musikalische Umsetzung eines inneren Dramas handeln. Auf schrille Töne verzichtet Zorn fast vollkommen.
Der Film selbst war hierzulande noch nicht zu sehen. Wäre schön, wenn er bald in die Kinos käme, damit man erkunden kann, wie gut Film und Musik zusammen wirken. So ganz für sich ist diese Musik ein wohlklingender Hörgenuss.
Michael Freerix
CD: John Zorn - "The Nobel Prize Winner" (Tzadik Records TZ 7385)
John Zorn im Internet: www.myspace.com/johnzorn
Tzadik Records im Internet: www.tzadik.com
Cover: Heung-Heung Chin